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Bosch Wärmepumpen: Modelle, Preise und Einordnung

Bosch Wärmepumpen im Porträt: Modellreihen wie Compress, Preisniveau, Stärken und für welche Gebäude sich der Hersteller eignet.

Redaktion Wärmepilot Veröffentlicht am 3. Juli 2026

Bosch Wärmepumpen sind vor allem Luft-Wasser-Geräte der Compress Baureihe, allen voran die Modelle Compress 5800i AW und 6800i AW mit dem natürlichen Kältemittel R290. Bosch gehört zur Bosch Home Comfort Group, zu der auch die Schwestermarke Buderus zählt. Komplett installiert kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe von Bosch grob 24.000 bis 36.000 Euro vor Förderung.

Bosch als Hersteller: kurzer Überblick

Bosch ist im Heiztechnik-Markt seit 1932 aktiv, als Robert Bosch GmbH den Heizgerätehersteller Junkers & Co. übernahm. Bereits 1975 präsentierte das Unternehmen unter der Marke Junkers einen ersten Wärmepumpen-Prototyp, 1980 folgte eine Warmwasser-Wärmepumpe. Aus dieser langen Historie ist die heutige Bosch Home Comfort Group hervorgegangen, die 2023 aus der vorherigen Sparte Bosch Thermotechnik entstanden ist und ihren Hauptsitz in Wetzlar hat.

Die Bosch Home Comfort Group beschäftigt weltweit rund 24.000 Mitarbeitende und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von etwa 4,4 Milliarden Euro. Für den Ausbau der Wärmepumpen-Fertigung investierte Bosch unter anderem rund 225 Millionen Euro in ein neues Werk im polnischen Dobromierz, ergänzt um Produktionskapazitäten in Portugal und im hessischen Eschenburg. Im Juli 2024 kündigte Bosch zudem die Übernahme des Heiz-, Lüftungs- und Klimatechnik-Geschäfts von Johnson Controls für private und kleingewerbliche Gebäude an, für rund 7,4 Milliarden Euro die größte Übernahme in der Geschichte des Bosch-Konzerns. Das zeigt, wie stark der Konzern aktuell auf Wärmepumpen und Klimatechnik als Wachstumsfeld setzt.

Ein Punkt sorgt bei Verbrauchern regelmäßig für Verwirrung und soll deshalb hier transparent erklärt werden: Buderus gehört seit der Übernahme durch Robert Bosch GmbH im Jahr 2003 ebenfalls zur Bosch Home Comfort Group. Beide Marken teilen sich seither eine gemeinsame technische Basis, unterscheiden sich aber in Vertriebskanal, Markenpositionierung und Servicenetz. Mehr dazu im Abschnitt zum Verhältnis von Bosch und Buderus weiter unten.

Für Wärmepumpen-Käufer ist relevant, dass Bosch seit 2023 unter dem Namen Bosch Home Comfort Group auftritt, vorher firmierte die Sparte unter Bosch Thermotechnik. Diese Umbenennung war organisatorischer Natur und hat keinen Einfluss auf bereits installierte Anlagen oder laufende Garantien, kann aber in älteren Prospekten und Vergleichsportalen noch für Verwirrung sorgen, wenn dort noch der alte Firmenname auftaucht.

Neben Bosch und Buderus zählen auch die Marken IVT, Vulcano und Worcester zur Unternehmensgruppe, die je nach Land und Vertriebskanal unter unterschiedlichen Markennamen ähnliche Technik anbieten. Für den deutschen Markt sind für Privathaushalte in der Regel nur Bosch und Buderus relevant, die beiden anderen Marken richten sich vorwiegend an andere europäische Länder.

Portfolio im Detail: Bosch Wärmepumpen Modelle

Bosch bündelt seine Wärmepumpen unter der Produktfamilie Compress. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten aktuell verfügbaren Baureihen für Privathaushalte.

ModellreiheBauformLeistungsklassenKältemittel
Compress 5800i AWLuft-Wasser, Monoblock (außen), Vorlauf bis 60 Gradca. 4 bis 12 kWR290
Compress 6800i AWLuft-Wasser, Monoblock (außen), Vorlauf bis 75 Gradca. 4 bis 12 kWR290
Compress 7400i AWLuft-Wasser, Monoblock (außen), kompaktere ältere Baureiheca. 5 bis 7 kWR410A
Compress 7800i LWSole-Wasser, innen aufgestellt, Vorlauf bis 71 Gradca. 6 bis 16 kWR410A
Compress 7801i LWSole-Wasser, Nachfolgemodell mit höherer Vorlauftemperatur bis 80 Gradca. 6 bis 16 kWR290

Kern des aktuellen Luft-Wasser-Portfolios sind die Compress 5800i AW und Compress 6800i AW. Beide sind als Monoblock konzipiert, der komplette Kältekreislauf sitzt außen, ins Haus führen nur wassergefüllte Leitungen. Der Unterschied liegt vor allem in der maximalen Vorlauftemperatur: Die Compress 5800i AW ist mit bis zu 60 Grad Vorlauf eher für Neubauten mit Flächenheizung ausgelegt, während die Compress 6800i AW mit bis zu 75 Grad Vorlauf auch in unsanierten Altbauten mit klassischen Heizkörpern funktionieren kann, ohne dass alle Heizkörper getauscht werden müssen. Beide Modelle nutzen bereits das natürliche Kältemittel R290, das den Effizienzbonus der Förderung auslösen kann.

Die Compress 7400i AW ist eine kompaktere, kleiner dimensionierte Baureihe mit Leistungsgrößen von etwa 5 bis 7 kW, die eher für kleinere Wohnflächen bis rund 300 Quadratmeter gedacht ist. Sie arbeitet noch mit dem synthetischen Kältemittel R410A. Da die europäische F-Gase-Verordnung den Einsatz solcher synthetischen Kältemittel schrittweise einschränkt und ab 2028 voraussichtlich Fördernachteile für R410A-Geräte drohen, lohnt sich vor dem Kauf ein Blick darauf, ob eine aktuellere R290-Variante in vergleichbarer Leistungsklasse verfügbar ist.

Für Grundstücke mit Erdwärmesonde oder Flächenkollektor bietet Bosch die Sole-Wasser-Baureihe Compress 7800i LW an, die in vier Leistungsgrößen zwischen 6 und 16 kW erhältlich ist und mit Vorlauftemperaturen bis 71 Grad auch in Bestandsgebäuden mit Heizkörpern einsetzbar ist. Als technische Weiterentwicklung bringt Bosch die Compress 7801i LW auf den Markt, die auf das natürliche Kältemittel R290 umstellt und Vorlauftemperaturen bis 80 Grad erreichen soll. Je nach Verfügbarkeit in Ihrer Region kann es sein, dass Fachbetriebe aktuell noch das Vorgängermodell anbieten, hier lohnt sich eine gezielte Nachfrage nach der aktuellen Kältemittel-Generation.

Welches Modell passt zu welchem Gebäude

Für einen Neubau mit Fußbodenheizung und niedrigem Wärmebedarf reicht in der Regel die Compress 5800i AW, da hier keine hohen Vorlauftemperaturen benötigt werden. Bei einer Sanierung mit vorhandenen Heizkörpern und begrenztem Budget für einen Heizkörpertausch ist die Compress 6800i AW mit ihrer höheren Vorlauftemperatur häufig die passendere Wahl. Kleinere Wohnungen oder gut gedämmte Reihenhäuser können unter Umständen mit der kompakteren Compress 7400i AW auskommen, hier sollte aber die Kältemittel-Frage im Beratungsgespräch angesprochen werden.

Wer eine Erdwärmesonde besitzt oder eine Bohrung plant, profitiert von der stabilen Erdtemperatur der Compress 7800i beziehungsweise 7801i LW Baureihe, die tendenziell gleichmäßigere Effizienzwerte über den Winter liefert als eine Luft-Wasser-Anlage. Wegen der höheren Erschließungskosten lohnt sich diese Lösung meist erst bei ausreichend großem Grundstück und einem längeren Betrachtungszeitraum.

Bosch bietet zudem, wie viele Wettbewerber, Kombinationen aus Wärmepumpe und vorhandener Gas- oder Ölheizung für eine Übergangsphase an. Eine solche Hybridlösung kann bei einer stufenweisen Sanierung sinnvoll sein, wenn die alte Heizung noch nicht vollständig ersetzt werden soll oder an sehr kalten Tagen zusätzliche Reserve gewünscht ist. Mehr zu diesem Konzept, unabhängig vom Hersteller, lesen Sie in unserem Pillar-Artikel zur Hybridheizung.

Effizienz & Lautstärke

Die Compress 5800i AW und 6800i AW erreichen laut Herstellerangaben einen COP von bis zu 4,85 im Prüfpunkt A7/W35, was einer guten bis sehr guten Effizienzklasse entspricht. In der Praxis liegt die tatsächliche Jahresarbeitszahl im Bestand meist niedriger, realistisch zwischen 3,0 und 4,5, abhängig von Vorlauftemperatur, Gebäudedämmung und Heizkörperauslegung. Das gilt branchenweit und ist kein Bosch-spezifischer Effekt.

Bei der Lautstärke gehört die Compress 6800i AW mit Werten ab etwa 28,5 dB(A) in drei Metern Abstand im reduzierten Betrieb zu den leiseren am Markt verfügbaren Geräten. Die Compress 7800i LW erreicht als Sole-Wasser-Modell einen SCOP von bis zu 5,55 bei einem Schallleistungspegel von rund 36 dB(A), da hier die eigentliche Wärmepumpe im Haus steht und die Außeneinheit entfällt.

Wichtig für die Praxis: Herstellerangaben zur Lautstärke gelten für einen bestimmten Betriebspunkt, meist reduzierte Nachtleistung. Bei voller Last und niedrigen Außentemperaturen kann die tatsächliche Geräuschentwicklung spürbar höher liegen. Lassen Sie sich vom Fachbetrieb eine Schallprognose für Ihren konkreten Aufstellort erstellen, insbesondere wenn Nachbargrundstücke nah an der geplanten Position liegen. Viele Bundesländer schreiben Mindestabstände vor, die je nach Lautstärke und Bebauungsplan variieren.

Unabhängige Institutionen, etwa die Stiftung Warentest, prüfen regelmäßig Wärmepumpen verschiedener Hersteller unter vergleichbaren Laborbedingungen und liefern damit eine zusätzliche Orientierung neben den Herstellerangaben. Solche Tests ersetzen aber keine individuelle Berechnung für Ihr konkretes Gebäude, da reale Vorlauftemperatur, Dämmstandard und Heizkörperauslegung stark variieren. Eine saubere Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 bleibt deshalb wichtiger für die tatsächliche Effizienz als die Wahl der Marke.

Ein weiterer Faktor für die reale Effizienz ist die Dimensionierung. Eine zu groß ausgelegte Compress-Wärmepumpe taktet häufiger, was den Wirkungsgrad senkt und den Verschleiß erhöht, während eine zu klein dimensionierte Anlage an kalten Tagen auf den elektrischen Heizstab zurückgreifen muss, der deutlich mehr Strom verbraucht als der eigentliche Kompressorbetrieb. Wie hoch der tatsächliche Stromverbrauch einer Wärmepumpe je nach Gebäude ausfällt, erklären wir unabhängig vom Hersteller in unserem Ratgeber Wärmepumpe Stromverbrauch.

Regelung & Smart-Features

Die Steuerung der Bosch Wärmepumpen erfolgt über die HomeCom Easy App, mit der sich Raumtemperatur, Betriebsmodi, Zeitprogramme und Warmwasserzeiten auch von unterwegs anpassen lassen. Die App zeigt zudem Energieverbrauchswerte, Außentemperatur und Störungsmeldungen an und unterstützt Fachbetriebe bei der Ferndiagnose, wenn ein entsprechendes Zubehörmodul installiert ist.

Für Photovoltaik-Besitzer relevant ist die Möglichkeit, die Wärmepumpe über passende Energiemanagement-Lösungen bevorzugt bei Sonnenschein laufen zu lassen, um den Eigenverbrauch zu erhöhen. Wie gut diese Kopplung im Alltag funktioniert, hängt von der gewählten Reglerversion und der Einbindung durch den Fachbetrieb ab. Details zur Kombination aus Wärmepumpe und Solarstrom, unabhängig vom Hersteller, finden Sie in unserem Ratgeber Wärmepumpe mit Photovoltaik.

Bei den Smart-Features unterscheidet sich Bosch nicht grundlegend von den anderen großen deutschen Herstellern. Die App-Bedienung gilt in vielen Praxisberichten als aufgeräumt und funktional, ein eindeutiger technischer Vorsprung gegenüber Wettbewerbern lässt sich daraus aber nicht pauschal ableiten.

Service & Garantie

Bosch bietet für die Compress 5800i AW und Compress 6800i AW standardmäßig eine 5-Jahre-Systemgarantie an, die zentrale Komponenten der Wärmepumpe abdeckt. Optional lässt sich diese auf eine 5+2-Jahre-Systemgarantie erweitern, sofern ein Wartungsvertrag mit einem zertifizierten Bosch-Fachpartner besteht und die Wartungsintervalle von maximal 16 Monaten eingehalten werden. Damit liegt Bosch bei der Basisgarantie über dem in der Branche verbreiteten Standard von zwei Jahren gesetzlicher Gewährleistung.

Wichtig für die Praxis: Die Garantie deckt in der Regel Materialkosten ab, nicht zwingend die vollen Arbeitskosten im Garantiefall, und die Registrierung muss meist innerhalb von sechs Monaten nach Inbetriebnahme erfolgen. Lassen Sie sich die genauen Bedingungen bei Vertragsabschluss vom Fachbetrieb erklären und dokumentieren Sie Registrierung sowie Wartungstermine sorgfältig, da sonst der Anspruch auf die verlängerte Garantie verfallen kann.

Das Servicenetz für Bosch-Anlagen ist in Deutschland gut ausgebaut, da die Marke über viele SHK-Fachbetriebe vertrieben wird und der Werkskundendienst bundesweit erreichbar ist. Da Bosch und Buderus auf derselben technischen Basis aufbauen, verfügen viele Fachbetriebe über Erfahrung mit beiden Marken, was insbesondere bei Ersatzteilfragen im Bestand praktisch sein kann.

Für den jährlichen Wartungstermin bieten Bosch-Fachpartner Wartungsverträge an, die Kältekreis, Filter, Drücke und Regelungseinstellungen prüfen. Ein solcher Vertrag ist nicht nur Voraussetzung für die verlängerte 5+2-Jahre-Garantie, er sichert auch langfristig die Effizienz der Anlage. Vergleichen Sie die angebotenen Konditionen mehrerer Fachbetriebe, da Preis und Leistungsumfang je nach Anbieter spürbar variieren können.

Im Störungsfall ist in der Regel zunächst der beauftragte Fachbetrieb Ansprechpartner, der bei komplexeren Fehlerbildern oder Garantiefragen den Bosch-Werkskundendienst hinzuziehen kann. Für Eigentümer bedeutet das: Sie müssen sich im Regelfall nicht direkt an den Hersteller wenden, sondern klären Störungen über denselben Betrieb, der die Anlage installiert hat.

Preis-Ranges

Die folgenden Preisspannen sind grobe Richtwerte für die komplette Installation inklusive Gerät, Montage und üblicher Nebenarbeiten, ohne Förderung und ohne größere bauliche Sondermaßnahmen. Reale Angebote können je nach Gebäude, Region und Fachbetrieb spürbar abweichen.

ModellreiheGrobe Preisspanne komplett installiert
Compress 5800i AW (Einfamilienhaus, Neubau)ca. 24.000 bis 34.000 Euro
Compress 6800i AW (Sanierung, Altbau)ca. 26.000 bis 36.000 Euro
Compress 7400i AW (kompakt, kleinere Wohnfläche)ca. 22.000 bis 30.000 Euro
Compress 7800i / 7801i LW (mit Erdwärmeerschließung)ca. 36.000 bis 47.000 Euro

Bei Altbauten mit noch nicht ausgetauschten Heizkörpern kommen häufig zusätzliche 10 bis 15 Prozent für hydraulische Anpassungen, größere Heizkörper oder einen Pufferspeicher hinzu, unabhängig davon, welcher Hersteller gewählt wird. Nutzen Sie unseren Wärmepumpen-Kostenrechner, um für Ihr konkretes Gebäude eine realistische Einschätzung zu bekommen, und prüfen Sie parallel über unseren Förderrechner, mit welchem Zuschuss Sie rechnen können. Die KfW-Förderung deckt je nach Bonuskombination bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten ab, gedeckelt auf maximal 21.000 Euro Zuschuss für die erste Wohneinheit, Stand Juli 2026.

Stärken-Schwächen-Tabelle

StärkenSchwächen
Aktuelle Luft-Wasser-Modelle bereits konsequent auf R290 umgestelltKompaktere Baureihe Compress 7400i AW noch mit synthetischem R410A
Vergleichsweise leise Werte bei der Compress 6800i AWSole-Wasser-Modell 7800i LW arbeitet aktuell noch mit R410A, Nachfolger erst im Rollout
Serienmäßige 5-Jahre-Systemgarantie, erweiterbar auf 7 JahreErweiterte Garantie an Wartungsvertrag und fristgerechte Registrierung gekoppelt
Große, gut ausgebaute Fachpartner- und Servicestruktur in DeutschlandModellbezeichnungen (Zahlencodes) für Laien schwerer zu unterscheiden als bei manchen Wettbewerbern
Technische Basis wird konzernweit mit Buderus geteilt, dadurch breite ErsatzteilverfügbarkeitWie bei allen Markenherstellern: reale JAZ hängt stark von Auslegung und Installation ab

Diese Gegenüberstellung ist bewusst nüchtern gehalten: Keine der genannten Schwächen ist ein Ausschlusskriterium, sie sind Punkte, die Sie im Beratungsgespräch aktiv ansprechen sollten. Genauso verhält es sich bei den anderen drei hier vorgestellten Herstellern, jede Marke hat vergleichbare Abwägungen zwischen Preis, Kältemittel-Generation und Servicetiefe.

Für wen die Marke passt

Bosch eignet sich besonders für Bauherren und Sanierer, die eine technisch ausgereifte, in der Breite gut verfügbare Luft-Wasser-Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel suchen und Wert auf eine überdurchschnittlich lange Basisgarantie legen. Auch für Modernisierer im Altbau ohne kompletten Heizkörpertausch ist die Compress 6800i AW mit ihrer hohen Vorlauftemperatur eine naheliegende Option.

Für Grundstücke mit vorhandener oder geplanter Erdwärmesonde bietet die Compress 7800i beziehungsweise die neuere 7801i LW eine Alternative, hier sollte allerdings vorab geklärt werden, welche Kältemittel-Generation der Fachbetrieb aktuell verbaut. Wer explizit ein durchgängig natürliches Kältemittel über alle Wärmequellen hinweg sucht, sollte diesen Punkt konkret ansprechen.

Weniger naheliegend ist Bosch für Bauherren, die gezielt eine kleinere, unabhängige Marke ohne Konzernzugehörigkeit bevorzugen, da Bosch Teil eines der größten Heiztechnik-Konzerne Europas ist. Das muss kein Nachteil sein, spricht aber eher Käufer an, die von der Größe und Marktdurchdringung des Konzerns profitieren möchten, etwa bei der Ersatzteilversorgung.

Auch für Modernisierer, die konkret von einer alten Gas- oder Ölheizung auf eine Wärmepumpe umsteigen möchten, ist Bosch durch die breite Erfahrung mit Bestandsgebäuden eine praktikable Wahl, insbesondere wenn ein Fachbetrieb vor Ort bereits mit der Compress-Reihe arbeitet. Details zum typischen Ablauf einer solchen Umstellung finden Sie in unserem Ratgeber Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten.

Bosch und Buderus: das Verhältnis transparent erklärt

Ein häufig gestellter Vergleich betrifft Bosch und Buderus, da beide Marken zur selben Unternehmensgruppe gehören. Buderus wurde 2003 von Robert Bosch GmbH übernommen, seither bilden beide Marken gemeinsam mit weiteren regionalen Marken die Bosch Home Comfort Group. Bei mehreren Modellpaaren ist die technische Basis nahezu identisch: Dasselbe Außengerät, derselbe Kältekreislauf mit R290, dieselben Leistungsklassen und vergleichbare SCOP-Werte stecken sowohl in einer Bosch- als auch in einer Buderus-Wärmepumpe.

Der Unterschied liegt dann vor allem im Design des Geräts, in der Markenpositionierung, im Vertriebskanal über unterschiedliche Fachpartner-Netze und im jeweiligen Serviceauftritt. Für Ihre Kaufentscheidung bedeutet das: Wenn Ihr Fachbetrieb Ihnen sowohl ein Bosch- als auch ein technisch nahezu identisches Buderus-Modell anbietet, sollten Preis, Garantiebedingungen und die Erfahrung des jeweiligen Fachbetriebs mit dem Modell den Ausschlag geben, nicht das Markenlogo allein.

Historisch positioniert sich Buderus traditionell etwas stärker über das SHK-Fachhandwerk und einen langjährigen Bestand an Installateuren, die seit Jahrzehnten mit der Marke arbeiten, während Bosch als Konzernmarke zusätzlich von der internationalen Reichweite und Größe der Bosch Home Comfort Group profitiert. In der Praxis bedeutet das meist: Welcher Fachbetrieb in Ihrer Region welche der beiden Marken bevorzugt anbietet, hängt oft von historisch gewachsenen Lieferantenbeziehungen ab, nicht von einem grundsätzlichen Qualitätsunterschied zwischen den Geräten selbst.

Für Sie als Käufer ist die praktische Konsequenz simpel: Lassen Sie sich bei einem konkreten Angebot erklären, ob das jeweilige Modell auf derselben Plattform wie das Pendant der Schwestermarke basiert, und vergleichen Sie in diesem Fall vor allem Preis, Garantiebedingungen und die Kompetenz des ausführenden Fachbetriebs, statt sich allein am Markennamen zu orientieren.

Alternativen im Vergleich

Wer Bosch mit anderen großen Herstellern vergleichen möchte, findet bei uns redaktionell-neutrale Übersichten zu den wichtigsten Wettbewerbern: Viessmann Wärmepumpen, Vaillant Wärmepumpen und Buderus Wärmepumpen. Gerade der Vergleich mit Buderus lohnt sich, da beide Marken technisch eng verwandt sind, sich aber im Servicenetz und in der Modellauswahl vor Ort unterscheiden können.

Wenn Sie unsicher sind, ob eine Luft-Wasser- oder eine Sole-Wasser-Lösung besser zu Ihrem Grundstück passt, hilft Ihnen unser Ratgeber zum Thema Monoblock oder Split-Wärmepumpe bei der Einordnung der Bauform, unabhängig vom Hersteller. Grundlegende Informationen zu Kosten und Förderung von Luft-Wasser-Wärmepumpen finden Sie außerdem in unserem Pillar-Artikel zur Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Im direkten Vergleich unterscheiden sich die vier großen Marken vor allem in Nuancen: Viessmann und Vaillant gelten beide als sehr breit aufgestellte Vollsortimenter mit langer eigenständiger Wärmepumpen-Historie, während Bosch und Buderus als Konzernmarken auf einer gemeinsamen technischen Basis aufbauen. Für Ihre Entscheidung zählt am Ende weniger, welche Marke im Prospekt steht, sondern welcher Fachbetrieb vor Ort die Anlage sauber auslegt, einbaut und wartet.

Fazit

Bosch ist ein technisch solider, breit aufgestellter Wärmepumpen-Hersteller mit konsequenter Umstellung auf das natürliche Kältemittel R290 bei den aktuellen Luft-Wasser-Modellen und einer überdurchschnittlichen Basisgarantie. Wie bei jeder großen Marke gilt aber: Das Herstellerlogo allein entscheidet nicht über den Erfolg Ihres Heizungstauschs. Wichtiger als die Marke sind die korrekte Heizlastberechnung, die passende Leistungsgröße und ein Installateur, der die Anlage sauber auslegt und einregelt, insbesondere weil Bosch und die Schwestermarke Buderus teils technisch identische Geräte anbieten und der Unterschied dann tatsächlich im Fachbetrieb liegt.

Unsere Wärmepumpen-Experten in Ihrer Region beraten Sie herstellerunabhängig und empfehlen die Lösung, die tatsächlich zu Ihrem Gebäude, Ihrem Budget und Ihrer Förderfähigkeit passt, nicht zu einem bestimmten Markennamen. Nutzen Sie den Förderrechner für eine erste Einschätzung und finden Sie hier Ihren Ansprechpartner für ein unverbindliches Beratungsgespräch.

FAQ

Häufige Fragen: Bosch Wärmepumpen: Modelle, Preise und Einordnung

Bosch zählt mit der Compress Baureihe zu den technisch soliden und im Markt weit verbreiteten Wärmepumpen-Herstellern. Die aktuellen R290-Modelle erreichen gute Effizienzwerte und eine niedrige Geräuschentwicklung, wie bei jeder Marke entscheidet aber die konkrete Auslegung durch den Fachbetrieb über das tatsächliche Ergebnis in Ihrem Haus.

Bosch und Buderus gehören beide zur Bosch Home Comfort Group und teilen sich bei vielen Modellen dieselbe Technik, etwa denselben Kältekreislauf und dieselben Leistungsklassen. Die Unterschiede liegen vor allem im Design, in der Markenpositionierung, im Vertriebsweg über unterschiedliche Fachpartner-Netze und im jeweiligen Serviceauftritt.

Die aktuellen Luft-Wasser-Modelle Compress 5800i AW und Compress 6800i AW arbeiten mit dem natürlichen Kältemittel R290. Ältere oder kleinere Baureihen wie die Compress 7400i AW sowie die Sole-Wasser-Wärmepumpe Compress 7800i LW nutzen noch das synthetische Kältemittel R410A, dessen Fördereignung durch die europäische F-Gase-Verordnung schrittweise eingeschränkt wird.

Die Compress 6800i AW erreicht laut Hersteller im reduzierten Betrieb Schalldruckpegel ab etwa 28,5 dB(A) in drei Metern Abstand, was zu den leiseren Werten am Markt zählt. Bei voller Leistung und niedrigen Außentemperaturen liegt die reale Lautstärke höher, eine Schallprognose für den konkreten Aufstellort sollte der Fachbetrieb vor der Installation erstellen.

Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe der Compress Baureihe müssen Sie inklusive Installation grob mit 24.000 bis 36.000 Euro vor Förderung rechnen, abhängig von Gebäude und Leistungsgröße. Sole-Wasser-Modelle liegen wegen der Erdwärmeerschließung meist bei 36.000 bis 47.000 Euro.

Ja, Bosch bietet für die Compress 5800i AW und 6800i AW standardmäßig eine 5-Jahre-Systemgarantie und optional eine Verlängerung auf 7 Jahre, wenn ein Wartungsvertrag mit einem zertifizierten Bosch-Fachpartner besteht. Voraussetzung ist unter anderem eine fristgerechte Registrierung und regelmäßige Wartung im vorgeschriebenen Intervall.

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