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Vaillant Wärmepumpen: Modelle, Preise und Einordnung

Vaillant Wärmepumpen im Porträt: Modellreihen wie aroTHERM, Preisniveau, Stärken und für welche Gebäude sich der Hersteller eignet.

Redaktion Wärmepilot Veröffentlicht am 3. Juli 2026

Vaillant Wärmepumpen sind Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Brauchwasser-Modelle des Remscheider Traditionsherstellers, allen voran die aroTHERM plus Baureihe mit dem natürlichen Kältemittel R290. Sie zählen zu den meistinstallierten Wärmepumpen in Deutschland. Komplett installiert kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe von Vaillant grob 25.000 bis 38.000 Euro vor Förderung.

Vaillant als Hersteller: kurzer Überblick

Vaillant wurde 1874 von Johann Vaillant in Remscheid gegründet und ist bis heute ein zu 100 Prozent familiengeführtes Unternehmen, nach eigenen Angaben eines der ältesten familiengeführten Industrieunternehmen Deutschlands. Die Vaillant Group beschäftigt weltweit rund 16.000 Menschen und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 3,2 Milliarden Euro, mit Kerngeschäft in Heiz-, Lüftungs- und Klimatechnik.

Ins Wärmepumpengeschäft ist Vaillant 2006 eingestiegen und hat die Sparte seither kontinuierlich ausgebaut. Heute gehört das Unternehmen zu den größten Wärmepumpen-Herstellern in Deutschland und Europa, mit einem dichten Netz an Fachpartnern, die Vaillant-Anlagen planen, einbauen und warten. Diese lange Marktpräsenz zeigt sich vor allem im Ersatzteil- und Servicenetz, das im Bestand oft eine größere Rolle spielt als die reine Technik im Neugerät.

Für Bauherren und Sanierer ist Vaillant damit eine der Marken, die praktisch jeder Heizungsbaubetrieb in Deutschland kennt und anbietet. Das bedeutet nicht automatisch, dass Vaillant für jedes Gebäude die richtige Wahl ist, es bedeutet aber, dass Ersatzteile, Wartungsdienst und Fachpartner in der Fläche gut verfügbar sind.

Neben dem Kerngeschäft mit Gasgeräten und Wärmepumpen betreibt Vaillant auch Werke für Solarthermie und Lüftungstechnik, was dem Unternehmen erlaubt, Systemlösungen aus einer Hand anzubieten, etwa Wärmepumpe plus Photovoltaik-Integration plus kontrollierte Wohnraumlüftung über abgestimmte Regelungstechnik. Für Bauherren, die ihr Haus als Gesamtsystem planen, kann das ein praktischer Vorteil sein, weil weniger Schnittstellen zwischen verschiedenen Herstellern entstehen.

Wie bei allen großen Wärmepumpen-Marken gilt aber auch bei Vaillant: Die Unternehmensgröße und der Bekanntheitsgrad sagen wenig über die Eignung für Ihr konkretes Gebäude aus. Ein kleines, aber technisch passendes Modell eines anderen Herstellers kann im Einzelfall die bessere Wahl sein als eine überdimensionierte Vaillant-Anlage. Genau deshalb lohnt sich vor der Kaufentscheidung immer ein herstellerunabhängiger Vergleich mehrerer Angebote.

Portfolio im Detail: Vaillant Wärmepumpen Modelle

Vaillant deckt mit seinem Sortiment die drei klassischen Wärmequellen ab: Luft, Erdreich und Grundwasser über Sole, sowie separate Lösungen für die reine Warmwasserbereitung. Die folgende Tabelle ordnet die wichtigsten Baureihen ein.

ModellreiheBauformLeistungsklassenKältemittel
aroTHERM plusLuft-Wasser, Monoblock (außen aufgestellt)ca. 3 bis 12 kW, Vorlauf bis 75 GradR290
aroTHERM Split plusLuft-Wasser, Split (Außen- und Innengerät)ca. 3, 5 und 7 kWR32
flexoTHERM exclusiveSole-Wasser, komplett innen aufgestellt, optional mit Luft- oder Wassermodul erweiterbarca. 5 bis 19 kWR410A
geoTHERM performSole-Wasser, für größere Gebäude und Mehrfamilienhäuserab ca. 22 kW aufwärtsR410A
aroSTOR plusLuft-Brauchwasserwärmepumpe für Warmwasser200 oder 260 Liter SpeicherR290

Das Kernprodukt der aktuellen Vaillant-Palette ist die aroTHERM plus. Sie ist als Monoblock-Gerät konzipiert, das heißt der komplette Kältekreislauf inklusive Kompressor sitzt im Außengerät, ins Haus führen nur wassergefüllte Leitungen. Das vereinfacht die Installation und schließt Risiken durch eine vor Ort verlegte Kälteleitung aus. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 120 bis 160 Quadratmetern ist meist eine Leistungsgröße im mittleren Bereich der Reihe ausreichend, größere oder schlecht gedämmte Gebäude benötigen die stärkeren Varianten.

Die aroTHERM Split plus verfolgt einen anderen Ansatz: Verdampfer und Ventilator bleiben außen, der Verflüssiger sitzt in einem kompakten Innengerät. Das kann bei sehr kalten Standorten Vorteile bei der Kälteleitung bringen, nutzt aber aktuell noch das synthetische Kältemittel R32 statt R290. Wer den Effizienzbonus der Förderung über ein natürliches Kältemittel erreichen möchte, sollte das bei der Modellwahl beachten und sich vom Fachbetrieb erklären lassen, welche Variante infrage kommt.

Für Grundstücke mit Erdwärmesonde oder Flächenkollektor bietet Vaillant mit flexoTHERM exclusive und geoTHERM perform zwei Sole-Wasser-Baureihen an. Die flexoTHERM exclusive ist für kleinere und mittlere Leistungsbereiche ausgelegt und lässt sich durch Zusatzmodule auch mit anderen Wärmequellen kombinieren, während geoTHERM perform ab deutlich höheren Leistungen einsetzbar ist und sich eher für Mehrfamilienhäuser oder größere Sanierungsobjekte eignet. Beide Baureihen nutzen aktuell noch das Kältemittel R410A, eine Umstellung auf natürliche Kältemittel ist im Zuge der Wärmepumpen-Modernisierung branchenweit zu erwarten.

Abgerundet wird das Sortiment durch die aroSTOR plus, eine reine Brauchwasserwärmepumpe, die Umgebungsluft zur Warmwasserbereitung nutzt und unabhängig von der Raumheizung arbeitet. Sie eignet sich vor allem für Bestandsgebäude, in denen die vorhandene Heizung weiterlaufen soll, aber die Warmwasserbereitung effizienter werden soll, oder als Ergänzung zu einer Photovoltaikanlage im Sommer. Mit 200 oder 260 Litern Speichervolumen deckt sie den Warmwasserbedarf von etwa drei bis fünf Personen ab und arbeitet, anders als die Sole-Wasser-Baureihen, bereits mit dem natürlichen Kältemittel R290.

Als Zubehör zur aroTHERM Baureihe bietet Vaillant zudem den uniTOWER an, einen kompakten Hydraulikturm, der Pufferspeicher, Warmwasserspeicher mit rund 190 Litern und die notwendige Hydraulik in einem platzsparenden Gehäuse bündelt. Er ist kein eigenständiges Wärmepumpenmodell, sondern eine praktische Ergänzung, die vor allem in kleineren Technikräumen Platz spart, in denen ein separater Warmwasserspeicher und ein zusätzlicher Hydraulikschrank nicht unterzubringen wären.

Welches Modell passt zu welchem Gebäude

Für ein freistehendes Einfamilienhaus mit Garten und ausreichend Abstand zur Grundstücksgrenze ist die aroTHERM plus als Monoblock in der Regel die unkomplizierteste Lösung, da die Installation ohne Kälteleitungsarbeiten auskommt. Bei sehr engen Grundstücken, etwa in Reihenhaussiedlungen, kann die kompaktere Bauform der aroTHERM Split plus Vorteile bringen, hier sollte allerdings der Kältemittel-Unterschied zu R32 in die Förderplanung einbezogen werden.

Wer eine Erdwärmesonde oder einen Flächenkollektor besitzt oder plant, findet mit flexoTHERM exclusive oder geoTHERM perform eine etablierte Lösung, die von der ganzjährig stabilen Erdtemperatur profitiert und dadurch tendenziell gleichmäßigere Effizienzwerte liefert als eine Luft-Wasser-Anlage im Winter. Für Mehrfamilienhäuser oder kleinere Gewerbeobjekte mit höherem Wärmebedarf ist die geoTHERM Baureihe ab etwa 22 kW ausgelegt, hier lohnt sich in jedem Fall eine detaillierte Lastberechnung durch einen spezialisierten Fachbetrieb, da die Investitionssummen entsprechend höher liegen.

Effizienz & Lautstärke

Die aroTHERM plus erreicht laut Herstellerangaben je nach Leistungsgröße einen SCOP von bis zu 5,4 im Normklima, was einer sehr guten Effizienzklasse entspricht. In der Praxis liegt die tatsächliche Jahresarbeitszahl im Bestand meist niedriger, realistisch zwischen 3,0 und 4,5, abhängig von Vorlauftemperatur, Gebäudedämmung und Heizkörperauslegung. Das ist ein normaler Unterschied zwischen Laborwert und Betriebsrealität, der bei allen Herstellern in ähnlicher Größenordnung auftritt.

Bei der Lautstärke bewegen sich moderne aroTHERM plus Außengeräte im reduzierten Nachtmodus häufig im Bereich von etwa 30 bis 40 dB(A) in drei Metern Abstand, im Normalbetrieb bei niedrigen Außentemperaturen kann der Wert je nach Modell und Betriebspunkt darüber liegen. Für die Sole-Wasser-Baureihen flexoTHERM und geoTHERM ist die Außengeräusch-Frage weniger relevant, da die eigentliche Wärmepumpe im Haus steht, hier zählt eher die Innenraum-Schallübertragung.

Wichtig für die Praxis: Die vom Hersteller angegebenen Lautstärkewerte gelten für einen bestimmten Betriebspunkt, meist reduzierte Nachtleistung. Bei voller Last und niedrigen Außentemperaturen kann die tatsächliche Geräuschentwicklung spürbar höher liegen. Lassen Sie sich vom Fachbetrieb eine Schallprognose für Ihren konkreten Aufstellort erstellen, insbesondere wenn Nachbargrundstücke nah an der geplanten Position liegen. Viele Bundesländer schreiben Mindestabstände vor, die je nach Lautstärke und Bebauungsplan variieren.

Bei der Effizienzbewertung lohnt sich außerdem ein Blick auf unabhängige Tests. Unabhängige Institutionen, etwa die Stiftung Warentest, prüfen regelmäßig Wärmepumpen verschiedener Hersteller unter vergleichbaren Laborbedingungen und liefern damit eine zusätzliche Orientierung neben den Herstellerangaben. Solche Tests ersetzen aber keine individuelle Berechnung für Ihr konkretes Gebäude, da reale Vorlauftemperatur, Dämmstandard und Heizkörperauslegung stark variieren.

Ein weiterer Faktor für die reale Effizienz ist die Dimensionierung. Eine zu groß ausgelegte aroTHERM plus taktet häufiger, was den Wirkungsgrad senkt und den Verschleiß erhöht, während eine zu klein dimensionierte Anlage an kalten Tagen auf den elektrischen Heizstab zurückgreifen muss, der deutlich mehr Strom verbraucht als der eigentliche Kompressorbetrieb. Eine saubere Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist deshalb wichtiger für die tatsächliche Jahresarbeitszahl als die Wahl der Marke.

Regelung & Smart-Features

Die Steuerung der Vaillant-Wärmepumpen erfolgt über das Reglersystem sensoCOMFORT beziehungsweise die zugehörige sensoAPP, mit der sich Heizprogramme, Warmwasserzeiten und Betriebsmodi auch von unterwegs anpassen lassen. Ergänzend gibt es die myVAILLANT App als zentrale Plattform für Nutzer, über die sich Anlagen überwachen, Fehlermeldungen einsehen und teilweise auch Fernwartungen durch den Fachbetrieb vorbereiten lassen.

Für Smart-Home-Interessierte relevant ist die Möglichkeit, die Vaillant-Anlage in gängige Energiemanagement-Systeme einzubinden, etwa um den Eigenverbrauch einer Photovoltaikanlage zu erhöhen, indem die Wärmepumpe bevorzugt bei Sonnenschein läuft. Wie gut das im Alltag funktioniert, hängt stark vom gewählten Regler, der Softwareversion und der Einbindung durch den Fachbetrieb ab, hier lohnt sich vor dem Kauf eine konkrete Nachfrage, welche Funktionen bei Ihrem Modell tatsächlich verfügbar sind.

Insgesamt bewegt sich Vaillant bei der Regelungstechnik auf einem Niveau, das mit den anderen großen deutschen Herstellern vergleichbar ist. Ein klarer Alleinstellungsvorteil bei den Smart-Features lässt sich derzeit bei keiner der großen Marken pauschal feststellen, die Unterschiede liegen eher in Details der Bedienung und der App-Gestaltung.

Für Haushalte mit Photovoltaikanlage bietet die Kombination aus sensoCOMFORT und myVAILLANT eine PV-Überschussregelung, die die Wärmepumpe bevorzugt dann laufen lässt, wenn genug Solarstrom zur Verfügung steht. Das kann den Eigenverbrauch spürbar erhöhen, insbesondere wenn zusätzlich ein Pufferspeicher wie der uniTOWER als thermischer Speicher genutzt wird. Wie stark sich das tatsächlich auf die Stromkosten auswirkt, hängt von der Anlagengröße, dem Verbrauchsprofil des Haushalts und der Einstellung der Regelung ab, eine pauschale Einsparung lässt sich seriös nicht beziffern.

Auch für den hybriden Betrieb, also die Kombination aus Wärmepumpe und bestehender Gas- oder Ölheizung während einer Übergangsphase, bietet Vaillant abgestimmte Regelungslogiken an, die automatisch zwischen den Wärmeerzeugern umschalten. Das kann bei einer stufenweisen Sanierung eine sinnvolle Zwischenlösung sein, mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber zur Hybridheizung.

Service & Garantie

Vaillant gewährt auf seine Geräte eine gesetzliche beziehungsweise erweiterte Herstellergarantie, die typischerweise bei zwei Jahren beginnt. Für ausgewählte Wärmepumpenmodelle bietet der Hersteller eine kostenlose Garantieverlängerung auf fünf Jahre an, sofern das Gerät innerhalb einer bestimmten Frist nach Inbetriebnahme digital registriert wird. Zusätzlich gibt es für den Kompressor häufig eine separate, längere Garantie auf Material- und Fertigungsfehler.

Wichtig für die Praxis: Die kostenlose Garantieverlängerung ist in der Regel an eine fristgerechte Online-Registrierung sowie an die regelmäßige, fachgerechte Wartung durch einen Vaillant-Fachpartner gekoppelt. Wer die Registrierungsfrist verpasst oder die Wartung nicht nachweisen kann, verliert häufig den Anspruch auf die verlängerte Garantie. Lassen Sie sich diesen Prozess bei Vertragsabschluss genau erklären und dokumentieren Sie Registrierung und Wartungstermine sorgfältig.

Das Servicenetz profitiert von der langen Marktpräsenz des Herstellers: Vaillant-Fachpartner und Kundendienst sind in nahezu jeder Region Deutschlands vertreten, was insbesondere bei Störungen oder Ersatzteilbedarf im Winter ein praktischer Vorteil sein kann. Die konkrete Reaktionszeit hängt aber immer vom beauftragten Fachbetrieb ab, nicht nur vom Hersteller.

Für den jährlichen Wartungstermin bietet Vaillant über seine Fachpartner Wartungsverträge an, die Kältekreis, Filter, Drücke und Regelungseinstellungen prüfen. Ein solcher Vertrag ist keine Pflicht, wirkt sich aber häufig auf die Garantiebedingungen aus und sichert langfristig die Effizienz der Anlage. Vergleichen Sie die angebotenen Konditionen mehrerer Fachbetriebe, da Preis und Leistungsumfang je nach Anbieter spürbar variieren können.

Im Störungsfall unterscheidet Vaillant zwischen Reparaturen durch den beauftragten Fachbetrieb und dem eigenen Werkskundendienst, der insbesondere bei Fragen zur Garantie oder bei komplexeren Fehlerbildern hinzugezogen werden kann. Für Eigentümer bedeutet das in der Praxis: Der erste Ansprechpartner bleibt in der Regel der Installationsbetrieb, der bei Bedarf den Hersteller-Support einschaltet, statt dass Sie sich direkt an Vaillant wenden müssen.

Preis-Ranges

Die folgenden Preisspannen sind grobe Richtwerte für die komplette Installation inklusive Gerät, Montage und üblicher Nebenarbeiten, ohne Förderung und ohne größere bauliche Sondermaßnahmen. Reale Angebote können je nach Gebäude, Region und Fachbetrieb spürbar abweichen.

ModellreiheGrobe Preisspanne komplett installiert
aroTHERM plus (Einfamilienhaus)ca. 25.000 bis 38.000 Euro
aroTHERM Split plusca. 26.000 bis 39.000 Euro
flexoTHERM exclusive (mit Erdwärmeerschließung)ca. 35.000 bis 48.000 Euro
geoTHERM perform (größere Objekte)ab ca. 45.000 Euro, stark projektabhängig
aroSTOR plus (reine Warmwasserlösung)ca. 2.500 bis 4.500 Euro

Diese Ranges sind grobe Orientierungswerte, keine Angebote. Nutzen Sie unseren Wärmepumpen-Kostenrechner, um für Ihr konkretes Gebäude eine realistische Einschätzung zu bekommen, und prüfen Sie parallel über unseren Förderrechner, mit welchem Zuschuss Sie rechnen können. Die KfW-Förderung deckt je nach Bonuskombination bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten ab, gedeckelt auf maximal 21.000 Euro Zuschuss für die erste Wohneinheit, Stand Juli 2026.

Bei Altbauten mit noch nicht ausgetauschten Heizkörpern kommen häufig zusätzliche 10 bis 15 Prozent für hydraulische Anpassungen, größere Heizkörper oder einen Pufferspeicher hinzu, unabhängig davon, welcher Hersteller gewählt wird. Diese Umfeldmaßnahmen entscheiden in der Praxis oft stärker über die Gesamtkosten als der Unterschied zwischen den Modellreihen eines einzelnen Herstellers. Fragen Sie deshalb bei jedem Angebot gezielt nach, ob solche Zusatzarbeiten bereits eingepreist sind oder erst später als Nachtrag auftauchen.

Stärken-Schwächen-Tabelle

StärkenSchwächen
Sehr dichtes Fachpartner- und Servicenetz in DeutschlandR290-Umstellung bei Sole-Wasser-Baureihen (flexoTHERM, geoTHERM) noch nicht flächendeckend abgeschlossen
aroTHERM plus mit sehr guten Effizienzwerten laut HerstellerangabeSplit-Variante nutzt noch R32 statt des natürlichen Kältemittels
Lange Marktpräsenz, viel Erfahrung bei Fachbetrieben mit dem SystemGarantieverlängerung an Registrierungsfrist und Wartungsnachweis gekoppelt
Modulare Erweiterbarkeit einzelner Baureihen (z.B. flexoTHERM mit Zusatzmodulen)Wie bei allen Markenherstellern: reale JAZ hängt stark von Auslegung und Installation ab
Breites Portfolio für Luft, Sole und reine WarmwasserbereitungErsatzteilverfügbarkeit für ältere Baureihen kann bei Sonderausführungen länger dauern

Diese Gegenüberstellung ist bewusst nüchtern gehalten: Keine der genannten Schwächen ist ein Ausschlusskriterium, sie sind Punkte, die Sie im Beratungsgespräch aktiv ansprechen sollten, um eine informierte Entscheidung zu treffen. Genauso verhält es sich bei den anderen drei hier vorgestellten Herstellern, jede Marke hat vergleichbare Abwägungen zwischen Preis, Kältemittel-Generation und Servicetiefe.

Für wen die Marke passt

Vaillant eignet sich besonders für Bauherren und Sanierer, die Wert auf ein sehr breites Fachpartner-Netz und eine lange Marktpräsenz legen, etwa wenn im ländlichen Raum die Auswahl an Installationsbetrieben begrenzt ist und ein bekannter Markenname die Suche erleichtert. Auch für Modernisierer, die auf eine sehr effiziente Luft-Wasser-Lösung mit natürlichem Kältemittel setzen möchten, ist die aroTHERM plus eine naheliegende Option.

Für Grundstücke mit vorhandener oder geplanter Erdwärmesonde bietet die flexoTHERM- und geoTHERM-Reihe eine etablierte Alternative, hier sollte allerdings vorab geklärt werden, ob das aktuell noch verwendete Kältemittel R410A für die individuelle Förderplanung relevant ist. Wer explizit ein Gerät mit natürlichem Kältemittel über alle Wärmequellen hinweg sucht, sollte diesen Punkt konkret mit dem Fachbetrieb besprechen und gegebenenfalls Alternativen vergleichen.

Weniger naheliegend ist Vaillant für Bauherren, die primär den absolut niedrigsten Anschaffungspreis suchen und bereit sind, dafür auf das dichte Fachpartnernetz oder die lange Modellhistorie zu verzichten. In diesem Preissegment lohnt sich ein breiterer Marktvergleich, auch über die vier hier vorgestellten Marken hinaus. Ebenfalls sollten Eigentümer, die besonderen Wert auf ein durchgängig natürliches Kältemittel über das komplette Portfolio legen, die aktuelle Modellgeneration genau prüfen, da die Umstellung bei Vaillant je nach Baureihe unterschiedlich weit fortgeschritten ist.

Für energieaffine Haushalte mit eigener Photovoltaikanlage, die eine Wärmepumpe als Baustein eines Gesamtsystems aus Erzeugung, Speicherung und Verbrauch verstehen, spricht die abgestimmte Regelungstechnik von sensoCOMFORT und myVAILLANT für die Marke, sofern der Fachbetrieb die PV-Kopplung sauber in Betrieb nimmt. Wie sich Wärmepumpe und Solarstrom sinnvoll kombinieren lassen, unabhängig vom gewählten Hersteller, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber Wärmepumpe mit Photovoltaik.

Auch für Sanierer, die von einer alten Gas- oder Ölheizung umsteigen möchten, ist Vaillant durch die breite Erfahrung mit Bestandsgebäuden eine praktikable Wahl, insbesondere wenn ein Fachbetrieb vor Ort bereits mit der Marke arbeitet und entsprechende Referenzprojekte vorweisen kann. Details zum typischen Ablauf einer solchen Umstellung finden Sie in unserem Ratgeber Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten.

Alternativen im Vergleich

Wer Vaillant mit anderen großen Herstellern vergleichen möchte, findet bei uns redaktionell-neutrale Übersichten zu den wichtigsten Wettbewerbern: Viessmann Wärmepumpen, Bosch Wärmepumpen und Buderus Wärmepumpen. Alle vier Marken bewegen sich technisch auf einem vergleichbar hohen Niveau, die Unterschiede liegen häufig in Details der Regelung, im Servicenetz vor Ort und im konkreten Modell, das für Ihr Gebäude infrage kommt.

Wenn Sie unsicher sind, ob eine Luft-Wasser- oder eine Sole-Wasser-Lösung besser zu Ihrem Grundstück passt, hilft Ihnen unser Ratgeber zum Thema Monoblock oder Split-Wärmepumpe bei der Einordnung der Bauform, unabhängig vom Hersteller. Grundlegende Informationen zu Kosten und Förderung von Luft-Wasser-Wärmepumpen finden Sie außerdem in unserem Pillar-Artikel zur Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Im direkten Vergleich unterscheiden sich die vier großen Marken vor allem in Nuancen: Viessmann und Vaillant gelten beide als sehr breit aufgestellte Vollsortimenter mit langer Wärmepumpen-Erfahrung, während Bosch und Buderus als Schwestermarken der Bosch Home Comfort Group auf einer gemeinsamen technischen Basis aufbauen, sich aber im Vertriebskanal und in der Markenpositionierung unterscheiden. Für Ihre Entscheidung zählt am Ende weniger, welche Marke im Prospekt steht, sondern welcher Fachbetrieb vor Ort die Anlage sauber auslegt, einbaut und wartet.

Fazit

Vaillant ist ein solider, sehr erfahrener Wärmepumpen-Hersteller mit breitem Portfolio und dichtem Servicenetz, aber wie bei jeder großen Marke gilt: Die Marke allein entscheidet nicht über den Erfolg Ihres Heizungstauschs. Wichtiger als das Herstellerlogo sind die korrekte Heizlastberechnung, die passende Leistungsgröße und ein Installateur, der die Anlage sauber auslegt und einregelt. Eine überdimensionierte oder falsch eingeregelte Vaillant-Wärmepumpe erreicht selten die Effizienz, die eine kleinere, aber richtig ausgelegte Anlage eines anderen Herstellers liefern würde.

Unsere Wärmepumpen-Experten in Ihrer Region beraten Sie herstellerunabhängig und empfehlen die Lösung, die tatsächlich zu Ihrem Gebäude, Ihrem Budget und Ihrer Förderfähigkeit passt, nicht zu einem bestimmten Markennamen. Sie erstellen Ihnen auf Wunsch mehrere Angebote, damit Sie am Ende auf Basis konkreter Zahlen statt Markenpräferenz entscheiden können.

Nutzen Sie den Förderrechner für eine erste Einschätzung und finden Sie hier Ihren Ansprechpartner für ein unverbindliches Beratungsgespräch.

FAQ

Häufige Fragen: Vaillant Wärmepumpen: Modelle, Preise und Einordnung

Vaillant zählt zu den etabliertesten Wärmepumpen-Herstellern in Deutschland, mit breitem Fachpartner-Netz und einer sehr effizienten Kernbaureihe (aroTHERM plus). Die Qualität ist auf hohem Niveau, wie bei allen großen Markenherstellern entscheidet aber vor allem die passende Auslegung und Installation über das tatsächliche Ergebnis im eigenen Haus.

Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe der aroTHERM plus Reihe müssen Sie inklusive Installation grob mit 25.000 bis 38.000 Euro vor Förderung rechnen, abhängig von Gebäude, Heizkörpertausch und Pufferlösung. Sole-Wasser-Modelle wie flexoTHERM oder geoTHERM liegen wegen der Erdwärmeerschließung meist bei 35.000 bis 48.000 Euro.

Die aroTHERM plus arbeitet mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan), das ein sehr niedriges Treibhauspotenzial hat und in Kombination mit weiteren Kriterien den fünfprozentigen Effizienzbonus der KfW-Förderung auslösen kann. Ältere Vaillant-Baureihen wie flexoTHERM exclusive oder geoTHERM perform nutzen dagegen noch das synthetische Kältemittel R410A.

Moderne aroTHERM plus Außeneinheiten liegen im reduzierten Nachtbetrieb häufig bei rund 30 bis 40 dB(A) in drei Metern Abstand, im Normalbetrieb je nach Modell und Außentemperatur auch etwas darüber. Die tatsächliche Lautstärke hängt stark vom Aufstellort und der gewählten Leistungsgröße ab, ein Fachbetrieb sollte das vorab durchrechnen.

Die aroTHERM plus ist eine Monoblock-Wärmepumpe, bei der der komplette Kältekreislauf im Außengerät sitzt und nur Wasserleitungen ins Haus führen. Die aroTHERM Split trennt Verdampfer und Kondensator auf ein Außen- und ein Innengerät auf und nutzt bislang das Kältemittel R32 statt R290.

Ja, mit der geoTHERM Baureihe ab rund 22 kW und größeren aroTHERM plus Kaskaden lassen sich auch Mehrfamilienhäuser und kleinere Gewerbeobjekte versorgen. Für solche Projekte ist eine individuelle Heizlastberechnung durch einen Fachbetrieb besonders wichtig, da die Anforderungen deutlich variieren.

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