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Wärmepumpe: Stromverbrauch berechnen und senken

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe? Richtwerte nach Haustyp, die Formel zum Selbstrechnen und die besten Hebel zum Sparen.

Redaktion Wärmepilot Veröffentlicht am 3. Juli 2026

Eine Wärmepumpe in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus verbraucht typischerweise 4.000 bis 8.000 kWh Strom pro Jahr. Wie viel es genau ist, hängt vom Wärmebedarf des Gebäudes und von der Jahresarbeitszahl der Anlage ab. Je besser gedämmt das Haus und je höher die Jahresarbeitszahl, desto niedriger der Stromverbrauch.

Wärmepumpe Stromverbrauch: die Formel zum Selbstrechnen

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe lässt sich mit einer einzigen Formel überschlägig berechnen, ohne Simulationssoftware oder Fachbetrieb. Sie brauchen dafür nur zwei Werte: den Wärmebedarf Ihres Gebäudes und die Jahresarbeitszahl der Anlage.

Stromverbrauch (kWh/Jahr) = Wärmebedarf des Gebäudes (kWh/Jahr) ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ)

Der Wärmebedarf beschreibt, wie viel Wärmeenergie Ihr Haus über ein Jahr benötigt, um beheizt zu werden, inklusive Warmwasser. Er hängt vom Baujahr, dem Dämmstandard, der Gebäudegröße und dem individuellen Nutzerverhalten ab. Die Jahresarbeitszahl beschreibt, wie effizient die Wärmepumpe diese Wärme aus Strom erzeugt: Bei einer JAZ von 3,5 liefert ein Kilowatt Strom rechnerisch 3,5 Kilowattstunden Wärme.

JAZ und COP: zwei unterschiedliche Kennzahlen

In Datenblättern und Angeboten tauchen oft zwei Kennzahlen auf, die häufig verwechselt werden: die Jahresarbeitszahl (JAZ) und der COP (Coefficient of Performance). Beide beschreiben das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom, aber auf unterschiedlichen Zeitebenen.

Der COP ist ein Momentanwert, gemessen unter genormten Laborbedingungen bei einer festen Außen- und Vorlauftemperatur, etwa bei plus 7 Grad Außentemperatur und 35 Grad Vorlauf. Er zeigt die Effizienz der Anlage in diesem einen Betriebspunkt und eignet sich gut zum Vergleich einzelner Gerätemodelle unter Laborbedingungen.

Die JAZ dagegen ist ein Jahreswert. Sie berücksichtigt alle Betriebszustände über zwölf Monate, kalte Wintertage ebenso wie milde Übergangszeiten, den Warmwasserbetrieb und eventuelle Einsätze des elektrischen Heizstabs. Für die reale Kostenplanung ist deshalb ausschließlich die JAZ relevant, nicht der COP aus dem Datenblatt. Ein Gerät mit hohem COP-Wert kann in einem schlecht eingeregulierten Haus trotzdem eine niedrige JAZ und damit einen hohen Stromverbrauch haben.

Am häufigsten verbaut wird in Deutschland die Luft-Wasser-Wärmepumpe, die Umgebungsluft als Wärmequelle nutzt. Wie diese Bauform im Detail funktioniert und welche JAZ-Werte dabei realistisch sind, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zur Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Wärmepumpe Stromverbrauch nach Baujahr und Wohnfläche

Der wichtigste Hebel für den Stromverbrauch ist der Wärmebedarf Ihres Gebäudes, und der hängt stark vom Baujahr ab. Je später gebaut oder je umfassender saniert, desto niedriger der Wärmebedarf pro Quadratmeter und damit der Stromverbrauch der Wärmepumpe.

Die folgende Tabelle zeigt typische Wärmebedarfswerte je Baujahrsklasse und rechnet daraus den ungefähren Stromverbrauch für drei Wohnflächen hoch, jeweils bei einer angenommenen Jahresarbeitszahl von 3,5. Das ist ein realistischer Mittelwert für eine gut eingeregulierte Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Heizkörpern oder Flächenheizung.

BaujahrsklasseWärmebedarf pro m² und JahrVerbrauch bei 100 m²Verbrauch bei 150 m²Verbrauch bei 200 m²
Vor 1978, unsaniertca. 180 kWhca. 5.140 kWhca. 7.710 kWhca. 10.290 kWh
1978 bis 1994ca. 130 kWhca. 3.710 kWhca. 5.570 kWhca. 7.430 kWh
1995 bis 2009ca. 90 kWhca. 2.570 kWhca. 3.860 kWhca. 5.140 kWh
Ab 2010, gute Dämmungca. 55 kWhca. 1.570 kWhca. 2.360 kWhca. 3.140 kWh

Diese Werte sind Richtwerte, keine exakten Prognosen für Ihr konkretes Gebäude. Eine energetische Sanierung, etwa Dach- oder Fassadendämmung, neue Fenster oder ein Fenstertausch, senkt den Wärmebedarf spürbar und verschiebt Ihr Haus in der Tabelle nach oben in eine günstigere Zeile. Umgekehrt heben eine besonders hohe Raumtemperatur oder ein überdurchschnittlicher Warmwasserbedarf den tatsächlichen Verbrauch über diese Richtwerte hinaus.

Auch die Bauform der Wärmepumpe selbst spielt eine Rolle für die erreichbare Effizienz. Monoblock- und Split-Geräte unterscheiden sich unter anderem darin, wie viel Kältemittelleitung im Freien liegt und wie stark Wärmeverluste dabei ins Gewicht fallen. Einen ausführlichen Vergleich der beiden Bauformen und ihrer Effizienzunterschiede finden Sie in unserem Ratgeber Monoblock vs. Split-Wärmepumpe.

Was der Stromverbrauch einer Wärmepumpe kostet

Der Stromverbrauch allein sagt noch nichts über die tatsächliche Kostenbelastung aus, dafür braucht es den Strompreis. Hier lohnt sich ein Blick auf zwei unterschiedliche Tarifmodelle: den regulären Haushaltsstromtarif und spezielle Wärmepumpentarife, die viele Netzbetreiber und Energieversorger anbieten.

Ein durchschnittlicher Haushaltsstrompreis liegt derzeit bei etwa 0,28 Euro pro kWh. Spezielle Wärmepumpentarife liegen meist niedriger, üblicherweise zwischen 0,20 und 0,25 Euro pro kWh, da Wärmepumpen über einen separaten Zähler steuerbar sind und Netzbetreiber dafür reduzierte Netzentgelte gewähren.

Die folgende Tabelle rechnet typische Jahresverbrauchswerte aus der Baujahrstabelle in konkrete Jahreskosten um, jeweils für beide Tarifmodelle.

JahresverbrauchKosten bei Haushaltsstrom (0,28 €/kWh)Kosten bei Wärmepumpentarif (0,20 bis 0,25 €/kWh)
3.000 kWhca. 840 Euroca. 600 bis 750 Euro
5.000 kWhca. 1.400 Euroca. 1.000 bis 1.250 Euro
7.000 kWhca. 1.960 Euroca. 1.400 bis 1.750 Euro
9.000 kWhca. 2.520 Euroca. 1.800 bis 2.250 Euro

Der Unterschied zwischen beiden Tarifen macht bei mittlerem Verbrauch schnell 300 bis 500 Euro im Jahr aus, bei größeren Gebäuden entsprechend mehr. Das ist einer der Gründe, warum sich ein separater Wärmepumpenzähler in vielen Fällen finanziell lohnt, dazu weiter unten mehr.

Beachten Sie außerdem, dass sowohl Haushaltsstrom- als auch Wärmepumpentarife von Jahr zu Jahr schwanken können, abhängig von Großhandelspreisen, Netzentgelten und regionalen Unterschieden zwischen den Energieversorgern. Die genannten Werte sind deshalb eine Orientierung für die grobe Kostenplanung, keine verbindliche Prognose für Ihren individuellen Vertrag. Ein Blick auf mehrere Anbieter vor Ort lohnt sich in jedem Fall, da die Preisunterschiede zwischen Grundversorgern und alternativen Anbietern gerade bei Wärmepumpentarifen teils erheblich ausfallen.

Um die Stromkosten Ihrer Wärmepumpe nicht nur überschlägig, sondern konkret für Ihr Gebäude und Ihren Standort einzuschätzen, hilft unser Wärmepumpen-Kostenrechner. Er berücksichtigt neben den laufenden Stromkosten auch die Anschaffungs- und Installationskosten und liefert damit ein vollständigeres Bild als die reine Stromverbrauchsrechnung.

Wärmepumpe Stromverbrauch im Vergleich zur Gasheizung

Ob sich der Umstieg auf eine Wärmepumpe lohnt, lässt sich am ehesten im direkten Vergleich zur bestehenden Gasheizung beurteilen. Der entscheidende Unterschied: Eine Gasheizung muss die komplette benötigte Wärmemenge aus dem Brennstoff erzeugen, während eine Wärmepumpe dank der Jahresarbeitszahl nur einen Bruchteil davon als Strom benötigt.

Nehmen wir ein Beispielhaus mit Baujahr 1995 bis 2009 und 150 Quadratmetern Wohnfläche, also einem Wärmebedarf von rund 13.500 kWh pro Jahr. Eine Gasheizung müsste diese 13.500 kWh nahezu vollständig aus Erdgas decken. Bei einem Gaspreis von rund 0,10 bis 0,12 Euro pro kWh ergeben sich daraus Jahreskosten von etwa 1.350 bis 1.620 Euro.

Eine Wärmepumpe mit einer JAZ von 3,5 benötigt für dieselbe Wärmemenge nur rund 3.860 kWh Strom. Beim Wärmepumpentarif von 0,20 bis 0,25 Euro pro kWh ergeben sich Jahreskosten von etwa 770 bis 965 Euro, selbst beim regulären Haushaltsstromtarif von 0,28 Euro liegen die Kosten bei rund 1.080 Euro und damit unter denen der Gasheizung.

Bei einem älteren, weniger sanierten Gebäude mit Baujahr 1978 bis 1994 und denselben 150 Quadratmetern liegt der Wärmebedarf bei rund 19.500 kWh. Die Gasheizung käme hier auf Jahreskosten von etwa 1.950 bis 2.340 Euro, die Wärmepumpe mit rund 5.570 kWh Strom auf 1.114 bis 1.393 Euro im Wärmepumpentarif beziehungsweise rund 1.560 Euro im Haushaltstarif. Auch hier bleibt die Wärmepumpe in der Regel günstiger, der Abstand fällt aber kleiner aus als beim besser gedämmten Gebäude.

Diese Beispielrechnungen zeigen einen klaren Trend: Je niedriger der Wärmebedarf des Gebäudes und je höher die erreichte JAZ, desto größer der Kostenvorteil der Wärmepumpe gegenüber Gas. Bei unsanierten Altbauten mit sehr hohem Wärmebedarf und entsprechend niedriger JAZ kann der Abstand deutlich kleiner ausfallen oder sich in Einzelfällen umkehren, weshalb die individuelle Heizlastberechnung vor dem Umstieg so wichtig ist.

Einen vollständigen Überblick über alle Kostenfaktoren einer Wärmepumpe, von der Anschaffung über die Installation bis zu den laufenden Betriebskosten, liefert unsere Übersichtsseite zu den Wärmepumpe Kosten.

Regionale Unterschiede: Klima, Höhenlage und Wetter

Die Baujahrstabelle oben geht von einem durchschnittlichen deutschen Klima aus. In der Praxis weicht der reale Stromverbrauch je nach Region jedoch spürbar von diesem Mittelwert ab, weil sich die Zahl der Heizgradtage von Standort zu Standort unterscheidet. Heizgradtage messen, wie kalt und wie lang eine Heizperiode an einem Ort typischerweise ausfällt, und sind damit ein direkter Indikator für den Wärmebedarf.

In milderen Regionen, etwa in tiefer gelegenen Gebieten am Rhein oder in klimatisch begünstigten Weinbauregionen, liegt der Wärmebedarf und damit der Stromverbrauch der Wärmepumpe tendenziell unter den Tabellenwerten. In Mittelgebirgslagen, exponierten Höhenlagen oder klimatisch raueren Regionen im Osten und Süden Deutschlands liegt er dagegen häufig darüber, selbst bei identischem Baujahr und identischer Wohnfläche.

Auch die Effizienz selbst reagiert auf das Klima. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen ihre höchste Effizienz bei milden Außentemperaturen und verlieren an sehr kalten Tagen etwas an Leistungszahl, weil die Temperaturdifferenz zwischen Außenluft und benötigtem Vorlauf größer wird. In Regionen mit vielen Frosttagen unter minus 5 Grad kann die Jahresarbeitszahl deshalb etwas niedriger ausfallen als in Regionen mit milderen Wintern, auch wenn das Gebäude selbst identisch gedämmt ist.

Für die individuelle Planung heißt das: Nehmen Sie die Tabellenwerte als Ausgangspunkt, aber lassen Sie sich vom Fachbetrieb eine Einschätzung geben, die auch die regionalen Klimadaten Ihres konkreten Standorts berücksichtigt. Nur so lässt sich der zu erwartende Stromverbrauch realistisch statt nur überschlägig einordnen.

Diese Faktoren treiben den Stromverbrauch nach oben

Nicht jede Wärmepumpe mit demselben Gerätemodell verbraucht gleich viel Strom. Neben dem baulichen Wärmebedarf entscheiden vor allem Einstellungen und Betriebsgewohnheiten darüber, ob eine Anlage nah an ihrer möglichen Effizienz läuft oder deutlich darunter.

Zu hohe Vorlauftemperatur. Jedes Grad, um das die Vorlauftemperatur über das notwendige Maß hinaus erhöht wird, senkt die Effizienz der Wärmepumpe messbar. Häufige Ursache ist eine Heizkurve, die noch auf die alte Gas- oder Ölheizung eingestellt ist und nie an die neue Anlage angepasst wurde.

Hoher Warmwasserbedarf. Warmwasser wird üblicherweise auf höhere Temperaturen erhitzt als das Heizwasser, oft 50 Grad oder mehr. Ein überdurchschnittlicher Warmwasserverbrauch, etwa durch große Haushalte oder häufige Vollbäder, erhöht den Stromverbrauch der Wärmepumpe spürbar zusätzlich zum reinen Heizbedarf.

Häufiger Einsatz des elektrischen Heizstabs. Viele Wärmepumpen verfügen über einen elektrischen Heizstab als Rückfallebene für sehr kalte Tage oder Spitzenlasten. Springt dieser Heizstab regelmäßig ein, nicht nur an den wenigen kältesten Tagen im Jahr, deutet das meist auf eine Fehl-Auslegung der Anlage oder eine zu niedrig gewählte Bivalenztemperatur hin, denn der Heizstab arbeitet ohne den Effizienzvorteil der Wärmepumpe.

Fehl-Auslegung der Anlage. Sowohl eine zu klein dimensionierte als auch eine falsch eingeregulierte Wärmepumpe erhöhen den Verbrauch. Eine zu kleine Anlage kann die Heizlast an kalten Tagen nicht decken und braucht Unterstützung durch den Heizstab, eine zu große Anlage taktet häufiger und verliert dadurch ebenfalls an Effizienz.

Alte Heizkörper ohne Anpassung. Wird eine Wärmepumpe an bestehende Heizkörper angeschlossen, die ursprünglich für hohe Vorlauftemperaturen einer Gas- oder Ölheizung ausgelegt wurden, muss die Vorlauftemperatur oft höher bleiben als bei einer Flächenheizung, um denselben Raumkomfort zu erreichen. Ohne größere oder zusätzliche Heizkörper an kritischen Stellen bleibt die erreichbare Effizienz spürbar hinter dem technisch Möglichen zurück.

8 Tipps, um den Stromverbrauch Ihrer Wärmepumpe zu senken

Die gute Nachricht: An den meisten Stellschrauben lässt sich nachträglich noch etwas verbessern, ohne die Anlage auszutauschen. Die folgenden acht Maßnahmen haben in der Praxis den größten Hebel auf den Stromverbrauch.

  1. Heizkurve optimieren lassen. Eine korrekt eingestellte Heizkurve senkt die Vorlauftemperatur auf das tatsächlich notwendige Maß und ist oft der wirkungsvollste Einzelhebel überhaupt. Lassen Sie die Einstellung nach der Inbetriebnahme und nochmals nach der ersten Heizperiode vom Fachbetrieb überprüfen.
  2. §14a EnWG nutzen. Seit der Reform des Energiewirtschaftsgesetzes können Betreiber steuerbarer Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen von reduzierten Netzentgelten profitieren, wenn der Netzbetreiber die Anlage in Zeiten hoher Netzlast kurzzeitig drosseln darf. Im Gegenzug sinkt das Netzentgelt spürbar, was sich unmittelbar auf der Stromrechnung bemerkbar macht.
  3. Eigene Photovoltaikanlage einplanen. Wer Wärmepumpe und PV-Anlage kombiniert, deckt einen Teil des Strombedarfs direkt aus der eigenen Erzeugung und reduziert die Menge an teurem Netzstrom. Wie sich beide Systeme sinnvoll aufeinander abstimmen lassen, erläutern wir im Ratgeber Wärmepumpe mit Photovoltaik.
  4. Zu einem speziellen Wärmepumpentarif wechseln. Wie oben gezeigt, liegt ein Wärmepumpentarif oft mehrere Cent unter dem Haushaltsstromtarif. Bei einem Verbrauch von mehreren Tausend Kilowattstunden im Jahr summiert sich das schnell zu einem dreistelligen Betrag Ersparnis.
  5. Hydraulischen Abgleich durchführen lassen. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass alle Heizkörper im Haus gleichmäßig mit Wärme versorgt werden, statt dass einzelne Räume zu warm und andere zu kalt bleiben. Das erlaubt insgesamt eine niedrigere Vorlauftemperatur bei gleichem Komfort.
  6. Nachtabsenkung moderat statt stark einstellen. Eine starke nächtliche Temperaturabsenkung klingt sparsam, zwingt die Wärmepumpe morgens aber oft zu einem energieintensiven Wiederaufheizen mit erhöhter Vorlauftemperatur. Eine moderate Absenkung um 1 bis 2 Grad ist in vielen Fällen effizienter als eine starke Absenkung.
  7. Warmwassertemperatur nicht unnötig hoch einstellen. Legionellenschutz erfordert regelmäßige höhere Temperaturen, im Alltag reicht für die meisten Haushalte aber eine niedrigere Grundtemperatur als häufig werkseitig voreingestellt. Sprechen Sie die sinnvolle Einstellung mit Ihrem Fachbetrieb ab.
  8. Regelmäßige Wartung und Filterreinigung. Verschmutzte Filter oder ein zu niedriger Kältemitteldruck zwingen die Wärmepumpe zu höherem Energieeinsatz für dieselbe Heizleistung. Eine jährliche Wartung deckt solche schleichenden Effizienzverluste frühzeitig auf.

Ein weiterer Fördereffekt kommt seit 2026 hinzu: Für Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln wie Propan wird zusätzlich zur Grundförderung ein Effizienzbonus gewährt, da diese Geräte im Betrieb meist geringfügig effizienter arbeiten und klimafreundlicher sind. Ob Ihr geplantes Gerät dafür infrage kommt und mit welchem Fördersatz Sie insgesamt rechnen können, prüfen Sie am schnellsten mit unserem Förderrechner (Stand: Juli 2026).

Separater Stromzähler für die Wärmepumpe: sinnvoll oder nicht?

Ob sich ein eigener Stromzähler für die Wärmepumpe lohnt, hängt vor allem vom erwarteten Jahresverbrauch und von den vor Ort verfügbaren Tarifen ab. Ein separater Zähler ist Voraussetzung für die meisten speziellen Wärmepumpentarife und für die reduzierten Netzentgelte nach §14a EnWG.

Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Wie oben gezeigt, sparen spezielle Tarife häufig 0,05 bis 0,08 Euro pro kWh gegenüber dem Haushaltsstrom. Bei einem Verbrauch von 5.000 kWh im Jahr sind das schnell 250 bis 400 Euro Ersparnis, Jahr für Jahr. Zusätzlich schafft ein separater Zähler Transparenz: Sie sehen exakt, wie viel Strom die Wärmepumpe tatsächlich verbraucht, unabhängig vom restlichen Haushaltsstrom, und können Auffälligkeiten schneller erkennen.

Dem stehen die einmaligen Kosten für Zähler, Anmeldung und gegebenenfalls einen zusätzlichen Zählerplatz gegenüber, die je nach Netzbetreiber unterschiedlich ausfallen. Bei einem sehr niedrigen erwarteten Verbrauch, etwa in einem sehr gut gedämmten Neubau mit kleiner Wohnfläche, kann sich der zusätzliche Aufwand langsamer amortisieren als bei einem größeren, älteren Gebäude mit entsprechend höherem Verbrauch.

Als Faustregel gilt: Ab einem geschätzten Jahresverbrauch von etwa 4.000 kWh rechnet sich ein separater Zähler in den meisten Fällen innerhalb weniger Jahre. Lassen Sie sich von Ihrem Energieversorger die konkreten Tarifbedingungen und die einmaligen Kosten für die Zählerinstallation nennen, bevor Sie sich entscheiden.

Stromverbrauch überwachen: Monitoring und Smart Meter

Wer den Stromverbrauch seiner Wärmepumpe kennt, kann frühzeitig erkennen, wenn etwas nicht wie erwartet läuft, etwa ein plötzlicher Anstieg durch eine verstellte Heizkurve oder einen zu häufig aktiven Heizstab. Ein gutes Monitoring ist deshalb mehr als nur eine Spielerei.

Die einfachste Grundlage liefert ein moderner Smart Meter, sofern er bereits verbaut ist oder im Rahmen der Wärmepumpeninstallation mit eingerichtet wird. Er zeigt den Verbrauch in nahezu Echtzeit an und lässt sich häufig mit einer App koppeln, die Tages- und Monatswerte übersichtlich darstellt.

Zusätzlich bieten die meisten Wärmepumpenhersteller eigene Apps oder Web-Portale an, über die sich Betriebszustände, Vorlauftemperatur, aktueller Stromverbrauch und die Häufigkeit des Heizstab-Einsatzes auslesen lassen. Diese herstellerspezifischen Daten sind oft aussagekräftiger als ein reiner Stromzähler, weil sie direkt zeigen, warum die Anlage gerade wie viel Strom zieht.

Worauf Sie beim Monitoring besonders achten sollten:

  • Regelmäßige Kontrolle statt Einmalblick. Ein einzelner Blick nach der Inbetriebnahme sagt wenig über das Jahresverhalten aus. Prüfen Sie den Verbrauch idealerweise monatlich, besonders in der ersten Heizperiode.
  • Vergleich mit Vorjahreswerten. Nach dem ersten vollständigen Betriebsjahr haben Sie eine Referenz, mit der sich ungewöhnliche Abweichungen in Folgejahren leicht erkennen lassen.
  • Häufigkeit des Heizstab-Einsatzes im Blick behalten. Ein dauerhaft steigender Anteil des Heizstabs am Gesamtverbrauch ist ein früher Hinweis auf ein technisches Problem oder eine notwendige Nachjustierung.
  • Auffälligkeiten zeitnah melden. Wenn der Verbrauch ohne erkennbaren Grund deutlich steigt, etwa nach einem Software-Update der Regelung, lohnt sich eine kurze Rückfrage beim Fachbetrieb, statt abzuwarten.

Für Haushalte mit eigener PV-Anlage lohnt sich zusätzlich ein Blick auf ein kombiniertes Energiemanagement-System, das Wärmepumpe, Speicher und Photovoltaik gemeinsam steuert. Solche Systeme verschieben den Heizbetrieb dort, wo es möglich ist, gezielt in Zeiten mit hoher PV-Erzeugung und senken so den Anteil an teurem Netzstrom weiter, ohne dass Sie manuell eingreifen müssen. Gerade bei neu installierten Anlagen lohnt es sich, diese Option direkt beim Fachbetrieb anzusprechen, statt sie erst nachträglich nachzurüsten.

Fazit

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe lässt sich mit der Formel Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl gut überschlagen, und die realistische Spanne für ein Einfamilienhaus liegt meist zwischen 4.000 und 8.000 kWh im Jahr. Wie nah Ihr Haus an der günstigen oder der teuren Seite dieser Spanne liegt, entscheidet vor allem der bauliche Wärmebedarf, aber auch die richtige Einstellung von Heizkurve und Warmwasserbereitung.

Wer eine korrekt eingeregulierte Anlage, einen passenden Stromtarif und möglichst eine eigene PV-Anlage kombiniert, senkt die laufenden Kosten oft deutlich unter das Niveau einer vergleichbaren Gasheizung. Am größten ist der Effekt bei gut gedämmten Gebäuden mit niedrigem Wärmebedarf, doch auch im Altbau lässt sich mit den richtigen Stellschrauben noch spürbar sparen, ohne dabei am Wohnkomfort Abstriche zu machen.

Unsere Wärmepumpen-Experten in Ihrer Region unterstützen Sie dabei, Ihren individuellen Wärmebedarf realistisch einzuschätzen und die passende Anlage samt Einregulierung zu planen, finden Sie hier Ihren Ansprechpartner.

FAQ

Häufige Fragen: Wärmepumpe: Stromverbrauch berechnen und senken

Bei einem Baujahr vor 1978 und einem Wärmebedarf von rund 180 kWh pro Quadratmeter und Jahr liegt der Stromverbrauch bei 100 Quadratmetern Wohnfläche bei etwa 5.100 kWh, bei 150 Quadratmetern bei rund 7.700 kWh. Ohne energetische Sanierung ist die Jahresarbeitszahl in solchen Gebäuden zudem oft niedriger als 3,5, wodurch der reale Verbrauch noch höher ausfallen kann.

Werte zwischen 3,5 und 4,5 gelten in der Praxis als gut, in gut gedämmten Neubauten mit Flächenheizung sind auch Werte über 4,5 realistisch. Unter 3,0 lohnt sich ein Blick auf die Einstellungen, denn oft liegt die Ursache in einer zu hoch eingestellten Vorlauftemperatur oder einer fehlenden hydraulischen Einregulierung.

Bei einem Jahresverbrauch ab etwa 4.000 kWh rechnet sich ein eigener Zähler meist innerhalb weniger Jahre, weil spezielle Wärmepumpentarife oft 0,05 bis 0,08 Euro pro kWh günstiger sind als der Haushaltsstromtarif. Bei sehr geringem Verbrauch oder unklarer Tarifsituation vor Ort kann sich der Aufwand für Zähler und Anmeldung dagegen kaum amortisieren.

Ohne Speicher lassen sich typischerweise 20 bis 35 Prozent des Wärmepumpenstroms direkt aus der PV-Anlage decken, weil die Erzeugung im Sommer hoch ist, der Heizbedarf dort aber gering. Mit einem Batteriespeicher und einer guten Abstimmung von Heizzeiten auf Sonnenstunden sind in der Praxis auch 40 bis 50 Prozent Eigenversorgung erreichbar.

An sehr kalten Tagen sinkt die Effizienz von Luft-Wasser-Wärmepumpen naturgemäß, weil die Temperaturdifferenz zwischen Außenluft und Vorlauf größer wird. Springt zusätzlich regelmäßig der elektrische Heizstab ein, deutet das meist auf eine zu knappe Auslegung der Anlage oder eine falsch eingestellte Heizkurve hin und sollte vom Fachbetrieb geprüft werden.

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